lauf-stark fürs leben 

"nebenan ist überall" - Spenden-Laufprojekt

Assistenzhund PTBS/DIS

Ein Assistenzhund PTBS/DIS (Posttraumatische Belastungsstörung/Dissoziative Identitätsstörung) kann im Leben vieler Betroffener eine riesengroße Chance sein. Die Hilfeleistungen, die der Hund gibt, können das Leben stark erleichtern, ja teilweise auch erst wieder ein eigenständiges Leben möglich machen.

Es ist toll, dass dies in der Öffentlichkeit immer mehr publik wird.

In aller Begeisterung dafür darf allerdings trotzdem nicht außer acht gelassen, dass auch ein Assistenzhund "hündische Bedürfnisse" hat, für die wir als "seine" Menschen Verantwortung tragen. Auch ein Assistenzhund hat Grenzen - und Haltung und Ausbildung stellen neben aller Unterstützung gleichzeitig Anforderungen an den Menschen.

Ein Hund wird z.B. niemals von sich aus aus purem Mitgefühl einen Menschen trösten, der weint. Es gibt drei Gründe, weswegen ein Hund seinem Besitzer das Gesicht leckt, wenn dieser weint:

1) Der Hund mag salzige Flüssigkeiten - ein Glücksfall wie bei meiner Süßen, die sich niemals eine derartige Köstlichkeit entgehen lassen würde. ;-)

2) Der Hund hat STRESS, weil sein Besitzer "komisch" ist. Der Hund versucht, mit seinen "hündischen" Mitteln die Welt wieder ins Lot zu bringen. Er leckt dem Besitzer das Gesicht, um zu sagen: "Sei doch wieder normal, ich bin ein netter kleiner Hund..". Das heißt aber übersetzt auch: Wenn es dem Menschen schlecht geht, leidet der Hund - und das will wohl niemand.

3) Der Hund hat durch Training gelernt: Wenn  bei "meinem Menschen" Wasser aus den Augen kommt, und ich lecke ihr/ihm DANN das Gesicht ab, dann bekomme ich Leckerli/Zuwendung/Spielzeug. D.h. aber auch, es muss dem Hund mit mehrmaliger Wiederholung IN einer entsprechenden Situation beigebracht werden.

Ein Hund, der "seinen" weinenden Menschen nicht tröstet, ist also keineswegs ein "unsensibler und gefühlsarmer Zeitgenosse", sondern lediglich ein souveräner selbstbewusster Hund, der sich nicht aus der Ruhe bringen lässt und noch keine Reaktion auf "Wasser in den Augen" gelernt hat.

Sie sehen schon - vom Himmel fällt nichts, und ein Hund ist eben auch kein Computer - zum Glück.

Damit vermieden wird, dass Betroffene enttäuscht werden, ist es dringend nötig, vorab ein möglichst differenziertes Bild zu gewinnen. Ein Bild der Möglichkeiten und Grenzen eines Assistenzhundes PTBS/DIS sowie der Anforderungen, die er an "seinen" Menschen stellt.

Ich möchte hier meine Erfahrungen teilen. Vielleicht können sie dazu beitragen, dass Betroffene und TherapeutInnen sich vorab fundiert Gedanken machen können: Kommt ein solcher Hund persönlich infrage oder (noch) nicht.

Manchmal mag es auch umgekehrt Anreiz sein, besonders mutig an sich und seinem Leben zu arbeiten, DAMIT möglichst bald ein Assistenzhund das eigene Leben bereichern kann…

Wenn ich bei Fragen zum Thema "Assistenzhund PTBS/DIS" weiterhelfen kann, können Sie / könnt ihr mich gern anmailen!